Humanismus

Das Humanistische Selbstverständnis 2015 bringt die Kernthemen des praktischen Humanismus auf den Punkt und trägt den Anforderungen unserer Zeit Rechnung. Ganz entscheidend sind lebensnahe Themen wie Feste und Feiern, Kinder und Jugendliche, Bildung und Wissenschaft sowie Gesundheit und Soziales. Es diskutiert auch Fragen der Religion: Wie geht es nicht-religiösen Menschen in Deutschland? Welchen Standpunkt vertritt der Humanismus zu den Menschenrechten? Das Präsidium des HVD-Bundesverbandes setzt mit diesem Statement ein Zeichen für eine pluralistische Gesellschaft – für Toleranz und auch Kritik. Das Humanistische Selbstverständnis soll dazu einladen, sich über Voraussetzungen, Grenzen und Perspektiven des organisierten Humanismus neue Gedanken zu machen. Wir unterstützen zudem die Amsterdam-Deklaration 2002, die grundlegende Prinzipien unserer Weltanschauung formuliert.

Humanistisches Selbstverständnis 2015 (pdf)

Amsterdam-Deklaration 2002 (pdf)

Wir verstehen Humanismus als eine Lebenshaltung, bei der die Menschen mit ihren Erfahrungen, Bedürfnissen und Hoffnungen im Mittelpunkt stehen. Unsere ethischen Maßstäbe und philosophischen Vorstellungen sind dabei vielfältig. Es gibt jedoch einige Grundhaltungen, die wir teilen.

Was verbindet Humanistinnen und Humanisten?

Uns verbindet die Absicht, ein sinnvolles und erfülltes Leben zu führen. Wir teilen die Überzeugung, dass alle Menschen die Möglichkeit dazu haben sollten. Wir legen Wert auf Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Wir respektieren unsere Mitmenschen unabhängig von körperlichen Merkmalen, ihrem Alter oder sexuellen Orientierungen. Für uns bedürfen Moral und Ethik einer rationalen, allgemein nachvollziehbaren und der Kritik zugänglichen Begründung. Wir orientieren uns an den realen Auswirkungen unseres Handelns und behalten dabei das Wohl aller Lebewesen im Blick.

Wir schätzen Aufklärung, Wissenschaft und Vernunft als Ausgangs- und Bezugspunkt unserer Überzeugungen. Es gibt keine Überzeugungen, die von kritischer Analyse ausgenommen sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse schaffen einen Anlass, das Verständnis der Welt zu überdenken und sie besser zu verstehen. Wir gehen davon aus, dass es keine Götter, Engel, Dämonen oder sonstige übernatürlichen Mächte gibt. Diese Erkenntnis ist ein Ergebnis der Anwendung kritischer Vernunft.

Für uns zählt das endliche, einmalige, unwiederholbare Leben. Wir glauben nicht an ein Jenseits, an Auferstehung oder Seelenwanderung. Wir wissen, dass es in der tierischen Umwelt noch andere empfindungsfähige Arten gibt und Schmerz oder Freude nicht ausschließlich bei Menschen vorkommen.

Wir stehen zur offenen Gesellschaft und zur demokratischen Staatsform. Wir verteidigen die Menschenrechte und fordern eine religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates und aller staatlichen Institutionen. Uns verbindet eine internationale Perspektive. Wir sehen die gemeinsamen Herausforderungen im Rahmen weltweiter Entwicklungen. Wir befürworten eine demokratische und pluralistische Gesellschaft, in der alle Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften gleichberechtigt und friedlich die Interessen ihrer Anhänger vertreten können. Dadurch tragen wir dazu bei, die grundgesetzlich garantierte Weltanschauungsfreiheit durchzusetzen. Wir erstreben eine gerechte (Welt-) Wirtschaftsordnung, eine internationale Völkerverständigung auf friedlichem Wege und wenden uns gegen jeden Militarismus zur Lösung politischer oder wirtschaftlicher Probleme.

Schließlich muss sich humanistische Praxis im Leben bewähren. Ein gelebter Humanismus geht dabei immer von individuellen Menschen aus und verlangt deren persönliche Achtsamkeit und ihr Engagement. Darin wollen wir Menschen ermutigen und unterstützen.

Praktischer Humanismus

Der Humanismus unseres Verbandes besteht nicht nur aus Theorie, sondern vor allem aus einer Praxis. Man kann sagen, der Humanistische Verband betreibt einen praktischen Humanismus, pflegt eine moderne humanistische Weltanschauung – in Diskussionsveranstaltungen sowie Angeboten weltanschaulicher Betreuung. Diese Angebote orientieren sich an unserem humanistischen Menschenbild und stehen allen Menschen offen!

Der Verband tritt daneben auch als Träger von Dienstleistungen in Erscheinung. Entsprechend dem Modell der „freien Trägerschaft“ nimmt der Verband wichtige gesellschaftliche Aufgaben im Bereich des Sozialen, der Kinderbetreuung und der Kulturarbeit wahr. Die Landesverbände in Bayern und Berlin-Brandenburg nehmen dabei Vorreiterrollen ein.

Betreuung und Gemeinschaft: Der Humanistische Verband bietet Humanistinnen und Humanisten ein Forum, sich in einer offenen Gemeinschaft mit Lebensfragen auseinander zu setzen und den eigenen Weg eines erfüllten Lebens zu gehen.

Humanistische Lebenskunde: Gegenwärtig bietet der HVD in Berlin, Brandenburg und Bayern mit dem Schulfach Humanistische Lebenskunde zehntausenden Schülerinnen und Schülern eine Alternative zum Religionsunterricht. Auch in Niedersachsen streben wir ein entsprechendes schulisches Angebot an.

Junge Humanisten_innen (JuHu): Die Jugendabteilung veranstaltet im Rahmen ihrer Kinder- und Jugendarbeit unter anderem Seminare, Feriencamps, Fortbildungen und Reisen ins In- und Ausland und weitere Freizeitangebote.

Kulturarbeit und Verbandsleben: Der Humanistische Verband organisiert Vorträge, Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen und Bildungsveranstaltungen, in denen Fragen der humanistischen Welt- und Lebensauffassung im Vordergrund stehen. Innerhalb des Verbandes werden gemeinschaftliche Aktivitäten gepflegt.

Aufklärungs- und Bildungsarbeit: Der Humanistische Verband organisiert öffentliche Angebote zur weltanschaulichen Orientierung, zur Religions- und Ideologiekritik sowie zur Verbreitung und Diskussion wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Sie haben Ihren Hauptwohnsitz in Dresden und teilen unsere Ansichten und Werte? Im Folgenden finden Sie alle Informationen zur Mitgliedschaft…

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